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Gesundheits-Experte: "Es wird keine zweite Corona-Welle geben"

1 ora 8 min fa
Gesundheits-Experte: "Es wird keine zweite Corona-Welle geben"Marcel Tanner (rechts), Mitglied der Swiss National Covid-19 Science Taskforce, ist überzeugt, dass es keine zweite Coronawelle geben wird. (Archivbild)Gesundheits-Experte: "Es wird keine zweite Corona-Welle geben" Schweiz | Politik Liechtensteiner Volksblatt [email protected]Thu, 28 May 2020 06:20:00Thu, 28 May 2020 06:20:00

ZÜRICH - Marcel Tanner, Mitglied der Swiss National Covid-19 Science Taskforce, ist überzeugt, dass es keine zwei flächendeckende Coronawelle in der Schweiz mehr geben wird. Vielmehr dürfte es zu immer wieder aufflackernden Infektionsherden kommen.

"Das muss man den Leuten sagen, auch denjenigen, die sich vor allem für die Wirtschaft stark machen. Entpannt euch", sagte Tanner in einem Interview mit den Tamedia-Medien (Donnerstagausgabe). Wichtig sei, dass infizierte Personen rasch lokalisiert werden könnten.

Vor dem Stillstand habe es kein System zur Überwachung der einzelnen Ansteckungen gegeben. Sie hätten nicht ausfindig gemacht werden können. Jetzt sei die Schweiz viel besser dran. Wichtig sei, dass alles unternommen werde, um ein Worst-Case-Szenario zu verhindern.

Der starke Rückgang der Zahl infizierter und an Covid-19 verstorbener Personen sei vor allem dank der Grundmassnahmen Handhygiene und Distanzhalten möglich gewesen. Die jüngste Entwicklung zeige, dass trotz Lockerungen die Zahlen tief blieben.

"Wenn wir es gut machen, können wir mit dem Virus Normalität leben", sagte Tanner.

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SPL sieht beim Deckungsbeitrag weiterhin hohes Risiko

1 ora 28 min fa
SPL sieht beim Deckungsbeitrag weiterhin hohes RisikoVolksblattSPL sieht beim Deckungsbeitrag weiterhin hohes Risiko Liechtenstein | Wirtschaft Liechtensteiner Volksblatt [email protected]Thu, 28 May 2020 06:00:00Wed, 27 May 2020 17:26:53

VADUZ - Aufgrund der positiven Börsenentwicklung blickt die Stiftung Personalvorsorge Liechtenstein auf ein gutes Jahr 2019 zurück. Doch die Freude währt nur kurz, im Zuge der Coronakrise ist der Deckungsgrad erneut bedrohlich gesunken. 

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Schlechtes Wetter: Start von "Crew Dragon" zur ISS verschoben

1 ora 45 min fa
Schlechtes Wetter: Start von "Crew Dragon" zur ISS verschobenDie bemannte SpaceX Falcon 9 Crew Dragon musste wegen schlechten Wetters in Cape Canaveral verschoben werden.Schlechtes Wetter: Start von "Crew Dragon" zur ISS verschoben IN | Vermischtes Liechtensteiner Volksblatt [email protected]Thu, 28 May 2020 05:43:00Thu, 28 May 2020 05:43:00

CAPE CANAVERAL - Schlechtes Wetter hat den ersten bemannten Flugtest einer US-Raumkapsel seit knapp neun Jahren vorläufig gestoppt. Rund eine Viertelstunde vor dem geplanten Start wurde der Test am Mittwoch vorerst abgesagt, wie die US-Raumfahrtbehörde Nasa mitteilte.

Über dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida waren dunkle Wolken zu sehen und es regnete immer wieder leicht, zudem gab es Sorge vor Blitzen. Im Vorfeld hatte die Nasa eine 60-prozentige Chance auf geeignete Wetterbedingungen gesehen.

Die Raumfahrer Robert Behnken und Douglas Hurley verliessen ihre Sitzplätze nach rund drei Stunden im "Crew Dragon" wieder und begaben sich zurück in ihr Quartier in Quarantäne. Weltweit war der Start mit Spannung erwartet worden.

Trump und Pence angereist

US-Präsident Donald Trump und Vizepräsident Mike Pence waren in den US-Bundesstaat Florida gereist, um den Start live vor Ort zu verfolgen. Wegen der Coronavirus-Pandemie war der Zugang zu dem Gelände des Weltraumbahnhofs, wo normalerweise Besucher bei Starts zuschauen dürfen, ansonsten aber stark eingeschränkt.

Ein nächster Startversuch könnte am Samstag unternommen werden. Dann sollen Behnken und Hurley erneut versuchen, mit einer "Falcon 9"-Rakete in einer "Crew Dragon"-Raumkapsel zur ISS zu starten. Die Sicherheit der Astronauten sei die oberste Priorität der Nasa, kommentierte Nasa-Chef Jim Bridenstine per Kurznachrichtendienst Twitter nach der Verschiebung.

Es handelt sich um den letzten Flugtest für den vom privaten Raumfahrtunternehmen SpaceX entwickelten "Crew Dragon". SpaceX wurde gegründet vom Unternehmer Elon Musk und hat bislang nur Fracht zur ISS transportiert. Trump dankte der Nasa und Space X. Er kündigte per Twitter an, am Samstag erneut nach Cape Canaveral zu reisen, um dem Start beizuwohnen.

Grösserer Unterbruch

Zuletzt waren im Sommer 2011 Astronauten mit der Raumfähre "Atlantis" zur ISS geflogen. Danach mottete die US-Raumfahrtbehörde Nasa ihre Space-Shuttle-Flotte aus Kostengründen ein und war für Flüge zur ISS seither auf Russland angewiesen. Das war mit rund 80 Millionen Euro pro Flug in einer russischen Sojus-Kapsel nicht nur teuer, sondern kratzte auch mächtig am Ego.

Eigentlich waren eigene Flüge aus den USA zur ISS von der Nasa schon für 2017 angekündigt gewesen - im Zuge technischer Probleme, Finanzierungsschwierigkeiten und Umstrukturierungen nach der Wahl von US-Präsident Trump wurde das Projekt aber immer weiter aufgeschoben.

"Herkulische Aufgabe"

"Viele Menschen haben gesagt, dass das nicht möglich ist", hatte Nasa-Chef Bridenstine in einem Interview vor dem verschobenen Startversuch gesagt. "Aber SpaceX kann Sachen tun, die die Nasa in ihrer Geschichte noch nicht gemacht hat." Das Ganze sei eine "herkulische Aufgabe". Er hätte sich nie träumen lassen, dass dieser Tag wirklich kommen würde, sagte Musk. "Das ist das Ergebnis davon, dass 100 000 Menschen unglaublich hart gearbeitet haben."

"Kommerzialisierung ist richtig und wichtig", sagte Europas Raumfahrtchef Jan Wörner der Deutschen Presse-Agentur. Deshalb sei auch die Europäische Raumfahrtbehörde Esa sehr aktiv in dieser Richtung. Mit dem US-Raumschiff könnte es nun künftig eine weitere Reisemöglichkeit in den Kosmos geben - neben zum Beispiel dem russischen "Taxi" Sojus. "Redundanz ist ein wichtiges Element in der Raumfahrt und speziell in der astronautischen Raumfahrt."

"Gleichzeitig war die Situation der Angewiesenheit auf eine Transportfähigkeit ein Ansporn zur internationalen Zusammenarbeit auch in Zeiten von politischen Krisen", erinnerte der Esa-Chef. Genau vor sechs Jahren, am 28. Mai 2014, war der deutsche Raumfahrer Alexander Gerst mit dem Russen Maxim Surajew und dem US-Amerikaner Reid Wiseman zur ISS geflogen. Die gemischte Besatzung galt inmitten der Ukraine-Krise auch als wichtiges politisches Signal.

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Murat Yakins Traumtor gegen das beste Team

2 ore 13 min fa
Murat Yakins Traumtor gegen das beste TeamMurat Yakin schiesst GC mit einem Freistoss aus 40 Metern zum Sieg in AmsterdamMurat Yakins Traumtor gegen das beste Team IN | Sport Liechtensteiner Volksblatt [email protected]Thu, 28 May 2020 05:15:00Thu, 28 May 2020 05:15:00

FUSSBALL - Ajax Amsterdam gilt in der zweiten Hälfte der Neunzigerjahren neben Juventus Turin als das beste Team Europas. Die Grasshoppers siegen in Amsterdam 1996 in der Champions League trotzdem 1:0.

Fast 60 Tore erzielte Murat Yakin in seiner Karriere als Spieler. Der eigentliche Defensivspezialist traf in der Nationalliga A, in der Super League, in der türkischen Süper Lig, in der Bundesliga, im Schweizer Cup, in der Champions League und in der WM-Qualifikation. Er traf für Basel, die Grasshoppers, Fenerbahce Istanbul, den VfB Stuttgart und auch das Schweizer Nationalteam. Nur wenige seiner Tore sind der breiten Masse noch heute in Erinnerung, eines aber wird es womöglich für immer bleiben: Sein Freistosstor mit GC in Amsterdam.

Die Grasshoppers waren an jenem Mittwoch, dem 25. September 1996, ohne ihren angeschlagenen Starstürmer Kubilay Türkyilmaz und ohne Aussicht auf ein Erfolgserlebnis zum Champions-League-Gruppenduell mit der europäischen Übermannschaft angetreten, dem Champions League-Finalisten der letzten zwei Jahre. Am Vortag der Partie hatte der "Tagesanzeiger" über den GC-Gegner voller Hochachtung geschrieben: "Ajax, das grosse, das mächtige und für alle so vorbildliche Ajax, die bis vor kurzem vielleicht beste Mannschaft der Welt." Dass GC in der Saison zuvor gegen Ajax in der Königsklasse ein 0:0 erzielt hatte, änderte wenig an den Erwartungen von Journalisten und Experten, wie die Partie abzulaufen hatte.

GC wollte mit "resultatorientiertem Fussball" gegen die grosse Klasse des Teams um Marc Overmars, Jari Litmanen und Frank und Ronald de Boer zumindest dagegenhalten, so hatte es Trainer Christian Gross formuliert. Eine Stunde lang tat GC genau das, hielt dagegen, kämpfte und hatte Glück. Zweimal trafen die Ajax-Stars mit ihren Abschlüssen nur den Pfosten, einmal gar das leere Tor nicht. Es folgte der Moment der Grasshoppers, geschuldet der Kühnheit von Murat Yakin, einen Freistoss aus fast 40 Metern auf ein Tor zu schiessen - bewacht von Edwin van der Sar, einem Torwart vom Format, das selbst gestandenen Stürmern im Duell Eins-gegen-Eins das Leben aus den Beinen zu saugen vermochte. Ein leichter Kick von Antonio Esposito, der mit voller Wucht in den Ball springende Yakin, Innenpfosten, Traumtor.

Ohne die Chuzpe des Zürcher Verteidigers wäre dies so nicht möglich gewesen, ebenso hätte aber der von der Seite heranstürmende Ronald de Boer die GC-Sternstunde verhindern können. De Boer, selbst ein passabler Freistossschütze, stemmte sich aber nicht mit letzter Entschlossenheit gegen den Abschluss, bremste seinen Lauf sogar kurz ab, weil wohl auch er, wie der Grossteil der 48'000 Beobachter in der Amsterdam-Arena, der Aktion keine Erfolgschancen zugestand. Eine Szene, die für das ganze Spiel stand: GC kam zum Zug, weil Ajax es zuliess.

Noch Stunden nach seinem goldenen Treffer, der GC nach zwei Europacup-Spieltagen an die Spitze von Gruppe A führte, wird Torschütze Yakin immer wieder zur Szene des Spiels befragt. Als seine Teamkollegen den Erfolg im Hotel beim Galadinner längst in Anzug und Krawatte feierten, sitzt der damals 22-Jährige in der Hotellobby auf einer Materialkiste und kritzelt Autogramm um Autogramm für angerückte Fans. Dass sich der niederländische Topklub letztlich als Gruppensieger souverän für die K.o.-Phase qualifizierte, während die Grasshoppers als Gruppen-Dritter ausschieden, war an diesem Abend weit weg. An der historischen Komponente des GC-Sieges und des Yakin-Tores ändert dies ohnehin wenig.

Der grosse Jubel der Grasshoppers nach dem sensationellen Sieg in AmsterdamZu dieser Zeit hatte Christian Gross noch Haare - und war noch Trainer der Grasshoppers© Liechtensteiner Volksblatt
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Stéphane Chapuisat wird mit Dortmund Champions-League-Sieger

2 ore 28 min fa
Stéphane Chapuisat wird mit Dortmund Champions-League-SiegerUnd die Freude des Matchwinners danach mit dem HenkelpokalStéphane Chapuisat wird mit Dortmund Champions-League-Sieger IN | Sport Liechtensteiner Volksblatt [email protected]Thu, 28 May 2020 05:00:00Thu, 28 May 2020 05:00:00

FUSSBALL - Am 28. Mai 1997 erklimmt Stéphane Chapuisat als erster Schweizer den europäischen Fussballthron. Mit Borussia Dortmund schreibt er im Final der Champions League gegen Juventus eine Cinderella-Story.

Ein paar Bier, der "Henkelpokal" und der Whirlpool der Bayern-Kabine: So liest sich das Kleingedruckte zum grössten Erfolg in der Spielerkarriere von Stéphane Chapuisat, die Melasse des Champions-League-Titels von Borussia Dortmund 1997. Auch 23 Jahre später spricht Chapuisat noch von einem "Wunder in München", und sagt zum 3:1-Sieg gegen Juventus Turin: "Selbst als der Pokal nach Spielschluss in unserer Kabine stand, konnten wir noch nicht richtig glauben, was wir erreicht hatten."

Die Vorzeichen an jenem Abend vor 23 Jahren, durch den sich Chapuisat und seine Teamkollegen im Ruhrpott unsterblich machten, waren nicht günstig. Mit Juventus Turin stand dem BVB im Champions-League-Final das Team der Stunde gegenüber, der Titelverteidiger und italienische Meister, die späteren Weltmeister Zinedine Zidane und Didier Deschamps. Dortmund befand sich national derweil in der schwächsten Saison der sechsjährigen Amtszeit von Ottmar Hitzfeld, "in Grüppchen verfallen" sei das Team, urteilten die Medien. "Wenn du nicht ablieferst, wie du es könntest und wie es erwartet wird, wird in Deutschland rasch alles hinterfragt", sagt Chapuisat. "Aber, wenn es so schlecht gewesen wäre wie dargestellt, hätten wir die Champions League nicht gewinnen können."

20 Minuten lang sollten die Kritiker der Borussia im Olympiastadion Recht behalten. "Zwei Klassen besser" sei Juventus in der Startphase gewesen, hielt der "Tages-Anzeiger" im Matchbericht fest, sodass dieser Final "viele Momente" bot, in denen er "einen ganz anderen Verlauf hätte nehmen können". Schon ganz früh im Spiel; etwa in der 3. Minute, als Juves Vladimir Jugovic nach einem Zweikampf mit Stefan Reuter der Penaltypfiff verwehrt blieb, oder drei Minuten später Christian Vieri nur ins Aussennetz traf. "Dass wir gegen Juventus unter Druck kommen würden, damit hatten wir gerechnet", sagt Chapuisat heute.

Hitzfelds gutes Händchen

Fast eine halbe Stunde warteten die 59'000 Zuschauer im Olympiastadion bis zur ersten Chance für den BVB, mit der Karl-Heinz Riedle sogleich den Jackpot knackte: 1:0. "Ab diesem Moment dachte ich, das kann unser Abend werden", sagt Chapuisat. Fünf Minuten später bewahrheitete sich die Vorahnung des damaligen Schweizer Nationalspielers, als auch der zweite Abschluss von Riedle im Tor von Angelo Peruzzi landete.

Riedle tat während mehr als einer Stunde fast alles, um zur grossen Figur dieses Finals zu werden. Zwei Tore erzielte er, brach sich in der ersten Halbzeit den grossen Zeh, den er sich in der Pause mit Schmerzmitteln taubspritzen liess, um bis zur 67. Minute durchzubeissen und letztlich doch von der Bank mitansehen zu müssen, wie ihm ein 20-jähriger Einwechselspieler mit der ersten Aktion noch die Show stahl.

Juventus hatte die zweite Halbzeit in ähnlichem Stil dominiert, in dem die ersten 20 Minuten des Spiels abgelaufen waren. Zudem hatte Lippis Wechsel in der Pause gefruchtet, Einwechselspieler Alessandro del Piero brachte die Juve in der 65. Minute zurück ins Spiel. Lars Ricken, der in der 70. Minute für Chapuisat in die Partie kam, sollte Hitzfeld und Dortmund helfen, das 2:1 über die Zeit zu bringen. Es kam anders. Ricken brauchte fünf Sekunden, um die Geschichte des Spiels umzuschreiben. Auf Zuspiel von Möller lupfte er den Ball aus 20 Metern über Peruzzi zum 3:1 ins Tor, die Entscheidung.

Wer die Partie im deutschen Rundfunk verfolgte, wird sich noch heute an Marcel Reifs verbale Untermalung der Szene erinnern. "Ricken, lupfen jetzt", gab der damalige ZDF-Kommentator vor. Ricken befolgte den Rat, der BVB gewann zum ersten und bis heute einzigen Mal die Champions League, und Chapuisat stemmte als erster Schweizer Spieler die Champions-League-Trophäe in die Luft. Zunächst auf dem Platz und danach in der Garderobe von Bayern München.

Später sassen Chapuisat und Hitzfeld ab und zu mal gemeinsam in einem FussballstadionDer Trainer der Borussia war damals Ottmar Hitzfeld (hier mit dem Henkelpokal)Im Trikot von Borussia Dortmund feierte Chapuisat seinen grössten Erfolg: 1997 wird er Champions-League-SiegerKarlheinz Riedle ebnete den Dortmundern mit zwei Toren vor der Pause den Weg zum SiegEine der grossen Figuren an diesem Abend: Ersatzspieler Lars Ricken mit seinem wunderbaren Tor zum 3:1© Liechtensteiner Volksblatt
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USA beantragen Uno-Sicherheitsratsitzung zu Hongkong

2 ore 29 min fa
USA beantragen Uno-Sicherheitsratsitzung zu HongkongUS-Präsident Donald Trump beantragt eine Sitzung des Uno-Sicherheitsrates zu Hongkong. (Archivbild)USA beantragen Uno-Sicherheitsratsitzung zu Hongkong IN | Politik Liechtensteiner Volksblatt [email protected]Thu, 28 May 2020 04:59:00Thu, 28 May 2020 04:59:00

NEW YORK - Die USA haben nach eigenen Angaben erfolglos eine Sitzung des UN-Sicherheitsrats wegen der chinesischen Pläne für ein umstrittenes Sicherheitsgesetz für Hongkong beantragt.

Chinas Vorhaben würde Autonomie und Freiheiten der Sonderverwaltungszone "grundlegend untergraben", teilte die US-Mission bei den Vereinten Nationen am Mittwoch (Ortszeit) mit. Man habe daher eine - wegen der Coronakrise virtuelle - Zusammenkunft des höchsten UN-Gremiums gefordert. China habe eine solche Sitzung aber blockiert, was die Angst der Führung in Peking vor Transparenz belege.

Hintergrund ist ein geplantes Sicherheitsgesetz der Regierung in Peking für Hongkong, das sich gegen Aktivitäten richtet, die als subversiv, separatistisch oder ausländische Einmischung angesehen werden. Zur Durchsetzung sollen möglicherweise chinesische Sicherheitsorgane in Hongkong eingesetzt werden. Die US-Mission bei den Vereinten Nationen warf der Kommunistischen Partei Chinas auf Twitter vor, diese glaube, sie könne die Corona-Krise dazu auszunutzen, von ihrem "Angriff" auf Hongkong abzulenken.

Die USA und China gehören zu den ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats. Die Spannungen zwischen den USA und China haben sich in den vergangenen Wochen deutlich verschärft - vor allem wegen der Corona-Krise. US-Präsident Donald Trump wirft China vor, das Coronavirus nicht an der Quelle eingedämmt zu haben.

US-Aussenminister Mike Pompeo hatte am Mittwoch erklärt, Washington halte den vorteilhaften Sonderstatus für Hongkong nicht mehr für gerechtfertigt. Die chinesische Sonderverwaltungszone Hongkong erfreut sich bisher eines speziellen Rechtsstatus, der für Unternehmen und Bürger der Metropole grosse Bedeutung hat. Zum Beispiel gelten die gegen China verhängten US-Strafzölle bislang nicht für Einfuhren aus Hongkong.

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KOF-Direktor: Wirtschaftskrise ist noch längst nicht ausgestanden

2 ore 45 min fa
KOF-Direktor: Wirtschaftskrise ist noch längst nicht ausgestandenKOF-Direktor Jan-Egbert Sturm sieht eine Normalisierung für die Schweizer Wirtschaft im Zuge der Coronakrise noch in weiter Ferne. (Archivbild)KOF-Direktor: Wirtschaftskrise ist noch längst nicht ausgestanden Schweiz | Wirtschaft Liechtensteiner Volksblatt [email protected]Thu, 28 May 2020 04:43:00Thu, 28 May 2020 04:43:00

ZÜRICH - Trotz der ersten positiven Effekte durch gelockerte Massnahmen im Zuge der Coronakrise ist die Schweizer Wirtschaft weit von einer Normalisierung entfernt. Die Konsumentenstimmung im Inland muss sich laut KOF-Direktor Jan-Egbert Sturm zuerst richtig erholen.

Zusätzlich habe die Schweiz als Exportland das Problem, dass die internationale Konjunktur noch lange nicht wieder so laufe wie vor der Krise, sagte Sturm in einem Interview mit dem Tamedia-Medien (Donnerstagausgabe).

In vielen Ländern sei die gesundheitliche Krise noch nicht überwunden. Das gelte nicht zuletzt für die USA, Grossbritannien und für Länder der Europäischen Union, die für die Schweizer Unternehmen wichtige Absatzmärkte seien.

Rezession unvermeidlich

Eine Rezession sei unvermeidlich. Zwar dürfte es im Detailhandel und bei einzelnen Dienstleistungsbranchen eine Erholung geben. In der Industrie sei jedoch zu befürchten, dass die Krise erst richtig begonnen habe. Die Auftragsbücher leerten sich.

Und dort, wo es Aufträge gebe, komme es zu Produktionsengpässen, weil Lieferketten unterbrochen seien und deshalb Vorleistungsprodukte fehlten. In diesen Branchen werde die Krise noch sehr viel länger dauern, prognostiziert Sturm.

Die Massnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft, die Bund und Kantone ergriffen hätten, bereits wieder aufzuheben, sei problematisch. Ein zu rasches Ende könne zu Arbeitslosigkeit führen. Nicht alle Unternehmen dürften rasch aus der Kurzarbeit herauskommen.

Motor wieder in Gang bringen

Der Staat sollte sich überlegen, wie er den Motor der Wirtschaft wieder in Gang bringen könne, sagte Sturm. Zum Beispiel könnte die Nationalbank eine Erhöhung der Sozialbeiträge verhindern, indem sie die Arbeitslosenversicherung stütze.

Auch könnte das in der Not geschaffene Instrument der Kredite vorläufig beibehalten werden, um auf diese Weise Investitionen der Unternehmen anzukurbeln. Trotz aller Bemühungen werden die Arbeitslosigkeit steigen. Die KOF rechnet in diesem Jahr im Schnitt mit einer Quote von 3,6 Prozent und für 2021 mit 4,3 Prozent.

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Yakins Freistoss für die Geschichtsbücher

2 ore 58 min fa
Yakins Freistoss für die GeschichtsbücherDank dem Freistosstor von Murat Yakin bezwingen die Grasshoppers am 25. September 1996 das hochgelobte Ajax Amsterdam auswärts mit 1:0Yakins Freistoss für die Geschichtsbücher IN | Sport Liechtensteiner Volksblatt [email protected]Thu, 28 May 2020 04:30:00Thu, 28 May 2020 04:30:00

FUSSBALL - Ajax Amsterdam gilt in der zweiten Hälfte der Neunzigerjahre neben Juventus Turin als das beste Team Europas. Murat Yakin und GC hinderte dies am 25. September 1996 nicht daran, Ajax 1:0 zu bezwingen.

Fast 60 Tore erzielte Murat Yakin in seiner Karriere als Spieler. Der eigentliche Defensivspezialist traf in der Nationalliga A, in der Super League, in der türkischen Süper Lig, in der Bundesliga, im Schweizer Cup, in der Champions League und in der WM-Qualifikation. Er traf für Basel, die Grasshoppers, Fenerbahce Istanbul, den VfB Stuttgart und auch das Schweizer Nationalteam. Nur wenige seiner Tore sind der breiten Masse noch heute in Erinnerung, eines aber wird es womöglich für immer bleiben: Sein Freistosstor mit GC in Amsterdam.

Die Grasshoppers waren an jenem Mittwoch, dem 25. September 1996, ohne ihren angeschlagenen Starstürmer Kubilay Türkyilmaz und ohne Aussicht auf ein Erfolgserlebnis zum Champions-League-Gruppenduell mit der europäischen Übermannschaft angetreten, dem Champions League-Finalisten der letzten zwei Jahre. Am Vortag der Partie hatte der "Tagesanzeiger" über den GC-Gegner voller Hochachtung geschrieben: "Ajax, das grosse, das mächtige und für alle so vorbildliche Ajax, die bis vor kurzem vielleicht beste Mannschaft der Welt." Dass GC in der Saison zuvor gegen das von Louis van Gaal trainierte Ajax in der Königsklasse ein 0:0 erzielt hatte, änderte wenig an den Erwartungen von Journalisten und Experten, wie die Partie abzulaufen hatte.

Van der Sar wie verdattert

GC wollte mit "resultatorientiertem Fussball" gegen die grosse Klasse des Teams um Marc Overmars, Jari Litmanen und Frank und Ronald de Boer zumindest dagegenhalten, so hatte es Trainer Christian Gross formuliert. Eine Stunde lang tat GC genau das, hielt dagegen, kämpfte und hatte Glück. Zweimal trafen die Ajax-Stars mit ihren Abschlüssen nur den Pfosten, einmal gar das leere Tor nicht. Es folgte der Moment der Grasshoppers, geschuldet der Kühnheit von Murat Yakin, einen Freistoss aus fast 40 Metern auf ein Tor zu schiessen - bewacht von Edwin van der Sar, einem Torwart vom Format, das selbst gestandenen Stürmern im Duell Eins-gegen-Eins das Leben aus den Beinen zu saugen vermochte. Ein leichter Kick von Antonio Esposito, der mit voller Wucht in den Ball springende Yakin, Innenpfosten, Traumtor.

Ohne die Chuzpe des Zürcher Verteidigers wäre dies so nicht möglich gewesen, ebenso hätte aber der von der Seite heranstürmende Ronald de Boer die GC-Sternstunde verhindern können. De Boer, selbst ein passabler Freistossschütze, stemmte sich aber nicht mit letzter Entschlossenheit gegen den Abschluss, bremste seinen Lauf sogar kurz ab, weil wohl auch er, wie der Grossteil der 48'000 Beobachter in der Amsterdam-Arena, der Aktion keine Erfolgschancen zugestand. Eine Szene, die für das ganze Spiel stand: GC kam zum Zug, weil Ajax es zuliess.

Noch Stunden nach seinem goldenen Treffer, der GC nach zwei Europacup-Spieltagen an die Spitze von Gruppe A führte, wird Torschütze Yakin immer wieder zur Szene des Spiels befragt. Als seine Teamkollegen den Erfolg im Hotel beim Galadinner längst in Anzug und Krawatte feierten, sitzt der damals 22-Jährige in der Hotellobby auf einer Materialkiste und kritzelt Autogramm um Autogramm für angerückte Fans. Dass sich der niederländische Topklub letztlich als Gruppensieger souverän für die K.o.-Phase qualifizierte, während die Grasshoppers als Gruppen-Dritter ausschieden, war an diesem Abend weit weg. An der historischen Komponente des GC-Sieges und des Yakin-Tores ändert dies ohnehin wenig.

Das Rückspiel im Dezember verlor GC zuhause gegen Ajax mit 0:1. Während der niederländische Spitzenklub souverän als Gruppensieger die K.o.-Runde erreichte, schied GC als Gruppen-Dritter aus. Dementsprechend gross war die Enttäuschung bei den ZürchernDas von Louis van Gaal trainierte Ajax Amsterdam galt in der zweiten Hälfte der Neunzigerjahre neben Juventus Turin als das beste Team EuropasDie GC-Spieler lassen sich nach dem Coup in der Champions-League-Gruppenphase von den eigenen Fans feiernFast 60 Tore erzielte Murat Yakin - eigentlich ein Defensivspezialist - in seiner Karriere als Spieler. Nur wenige seiner Tore sind der breiten Masse noch heute in Erinnerung, eines aber wird es womöglich für immer bleiben: Sein Freistosstor mit GC in AmsterdamHeute ist Murat Yakin als Trainer des FC Schaffhausen in der Challenge League tätig© Liechtensteiner Volksblatt
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Casinos in Las Vegas sollen nach Corona-Schliessung wieder öffnen

4 ore 12 min fa
Casinos in Las Vegas sollen nach Corona-Schliessung wieder öffnenIn Las Vegas sollen bald wieder Glücksspiele möglich sein. Sie waren im Zuge der Coronakrise geschlossen worden. (Archivbild)Casinos in Las Vegas sollen nach Corona-Schliessung wieder öffnen IN | Politik Liechtensteiner Volksblatt [email protected]Thu, 28 May 2020 03:16:00Thu, 28 May 2020 03:16:00

LAS VEGAS - Im US-Staat Nevada mit dem Glücksspielparadies Las Vegas sollen nach wochenlangen Corona-Schliessungen die Casinos und Hotels wieder öffnen. Der Gouverneur von Nevada, Steve Sisolak, gab den 4. Juni als Termin bekannt.

Nach Mitteilung der Behörden am Mittwoch müssen die Casino-Betreiber Hygieneauflagen und Abstandsregeln befolgen und den Gästen Schutzmasken anbieten.

Auch Fitnesszentren, Schwimmbäder und Wasserparks können ihren Betrieb mit Vorsichtsmassnahmen wieder aufnehmen, allerdings nur mit Gruppen von maximal 50 Personen.

Zur Eindämmung des Coronavirus waren in Nevada Mitte März Spielhallen, Restaurants, Bars, Kinos und Einkaufszentren geschlossen worden. In dem Touristen-Ziel lag das öffentliche Leben seither weitgehend brach.

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Brasilien vermeldet mehr als 25'000 Corona-Tote

4 ore 17 min fa
Brasilien vermeldet mehr als 25'000 Corona-ToteDie Zahl der Toten wegen Covid-19 ist in Brasilien auf über 25'000 gestiegen. Der brasilianische Präsdient Jair Bolsonaro will dennoch von Einschränkungen nichts wissen. (Archivbild)Brasilien vermeldet mehr als 25'000 Corona-Tote IN | Politik Liechtensteiner Volksblatt [email protected]Thu, 28 May 2020 03:11:00Thu, 28 May 2020 03:11:00

BRASÍLIA - Brasilien hat mehr als 25'000 Tote im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert. Das Gesundheitsministerium in Brasília meldete am Mittwochabend (Ortszeit) 1086 Tote mehr als am Dienstag.

Damit stieg die Zahl der Corona-Toten in dem mit 210 Millionen Einwohnern grössten Land in Lateinamerika auf bislang 25'598. Insgesamt 411'821 Menschen haben sich mit dem Virus infiziert.

Bei der Zahl der Todesopfer liegt Brasilien damit nach Aufzeichnungen der US-amerikanischen Johns Hopkins Universität weltweit weiter auf Platz sechs der am meisten betroffenen Länder, bei der Zahl der Infizierten auf Platz zwei hinter den USA.

Wissenschaftliche Studien legen nahe, dass die Zahl der Infizierten auch aufgrund weniger Tests mindestens sieben Mal höher liegt. Präsident Jair Bolsonaro will nichts von Einschränkungen wissen und spricht sich für eine Öffnung der Wirtschaft aus.

Wegen Meinungsverschiedenheiten im Umgang mit dem Coronavirus hat Bolsonaro bereits zwei Gesundheitsminister verschlissen. Gesundheitssekretär Wanderson Oliveira bat diese Woche um Entlassung. In einem am Donnerstag veröffentlichten Brief schrieb der Spezialist für Pandemien von "Steinen im Weg". Zu Beginn habe Brasilien bei der Corona-Bekämpfung mindestens zwei Wochen vor Europa gelegen.

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US-Ölriese Chevron kündigt grossen Stellenabbau an

6 ore 2 min fa
US-Ölriese Chevron kündigt grossen Stellenabbau anDer amerikanische Ölkonzern Chevron plant Massenentlassungen. (Archivbild)US-Ölriese Chevron kündigt grossen Stellenabbau an IN | Wirtschaft Liechtensteiner Volksblatt [email protected]Thu, 28 May 2020 01:26:00Thu, 28 May 2020 01:26:00

SAN RAMON - Der zweitgrösste US-Ölmulti Chevron will angesichts des schwierigen Marktumfelds zahlreiche Arbeitsplätze streichen. Im Rahmen einer strukturellen Neuaufstellung würden ungefähr 10 bis 15 Prozent der Stellen im Konzern wegfallen, teilte Chevron am Mittwoch mit.

Zuletzt beschäftigte das Unternehmen nach eigenen Angaben knapp 45'000 Mitarbeiter, rund die Hälfte davon in den USA. Chevron leidet wie der grössere US-Rivale ExxonMobil schon länger unter dem Ölpreisverfall.

Der Nachfrageeinbruch aufgrund der Corona-Krise und der damit einhergehenden Rezessionsrisiken erschwerten die Lage zuletzt weiter. Im ersten Quartal musste Chevron deutliche Abstriche machen, der Konzern strich seine Investitionen nach einem kräftigen Umsatzrückgang abermals zusammen.

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Trump will gegen Social Media-Unternehmen vorgehen

6 ore 12 min fa
Trump will gegen Social Media-Unternehmen vorgehenUS-Präsident Donald Trump will mit einer Verfügung gegen Social Media vorgehen. (Archivbild)Trump will gegen Social Media-Unternehmen vorgehen IN | Politik Liechtensteiner Volksblatt [email protected]Thu, 28 May 2020 01:16:00Thu, 28 May 2020 01:16:00

WASHINGTON - US-Präsident Donald Trump wird als Folge seiner Auseinandersetzung mit Twitter in Kürze eine Verfügung gegen Social Media-Unternehmen unterzeichnen. Dies erklärte eine Sprecherin des Weissen Hauses am Mittwoch.

Der Kurznachrichtendienst hatte am Dienstag erstmals zwei von Trumps Beiträgen zum Thema Briefwahl mit Warnhinweisen wegen falscher Faktendarstellung gekennzeichnet und die Leserschaft mit einem weiterführenden Link aufgefordert, sich Informationen zur Briefwahl zu verschaffen.

Twitter ist eines der wichtigsten Sprachrohre Trumps. Mehr als 80 Millionen Nutzer folgen ihm auf seinem Kanal, den er praktisch täglich mit mehreren Beiträgen füttert. Es ist das erste Mal, das Twitter Beiträge des US-Präsidenten mit einem sogenannten "Faktencheck" kennzeichnet.

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Boeing nimmt Produktion von Modellen des Typs 737 Max wieder auf

6 ore 36 min fa
Boeing nimmt Produktion von Modellen des Typs 737 Max wieder aufDer amerikanische Flugzeughersteller Boeing nimmt die Produktion der 737-Max-Serie wieder auf. (Archivbild)Boeing nimmt Produktion von Modellen des Typs 737 Max wieder auf IN | Wirtschaft Liechtensteiner Volksblatt [email protected]Thu, 28 May 2020 00:52:00Thu, 28 May 2020 00:52:00

RENTON - Der US-Flugzeughersteller Boeing hat die Produktion seines nach zwei Abstürzen mit Startverboten belegten Krisenjets 737 Max wieder aufgenommen.

Die Fertigung laufe zunächst auf geringem Niveau wieder an und werde im Laufe des Jahres weiter hochgefahren, teilte Boeing am Mittwoch mit. Es würden mehr als ein Dutzend Initiativen zur Verbesserung von Arbeitssicherheit und Produktqualität im Hauptwerk in Renton nahe Seattle umgesetzt werden.

Boeing hatte die Produktion des Flugzeugtyps im Januar bis auf weiteres ausgesetzt. Zuvor waren monatelang 737-Max-Modelle auf Halde gefertigt worden, die wegen der Flugverbote nicht ausgeliefert werden konnten.

Startzeitpunkt offen

Wann die Problemflieger wieder abheben dürfen, ist jedoch weiterhin unklar. Die Entscheidung liegt bei den internationalen Aufsichtsbehörden. Boeing hofft auf eine rasche Wiederzulassung, die Corona-Krise könnte das Verfahren aber noch weiter verzögern.

Für die 737 Max waren im März 2019 nach zwei Abstürzen binnen weniger Monate, bei denen insgesamt 346 Menschen starben, weltweit Startverbote verhängt worden. Boeing geriet dadurch in eine schwere Krise, die sich aufgrund der Corona-Pandemie zuletzt noch zusätzlich verschärfte.

Der Konzern kämpft mit milliardenschweren Sonderkosten und reagierte unter anderem mit Produktionskürzungen und einem grossen Stellenabbau auf die Probleme. So soll die Beschäftigtenzahl von weltweit zuletzt rund 160'000 um etwa 10 Prozent reduziert werden.

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Studie - Frankreich attraktivster Investitionsstandort Europas

6 ore 45 min fa
Studie - Frankreich attraktivster Investitionsstandort EuropasLaut einer Studie des Consulting-Unternehmens EY liegt Frankreich erstmals im europäischen Vergleich auf Platz 1 bei den Investitionen. (Archivbild)Studie - Frankreich attraktivster Investitionsstandort Europas IN | Wirtschaft Liechtensteiner Volksblatt [email protected]Thu, 28 May 2020 00:43:00Thu, 28 May 2020 00:43:00

BERLIN - Frankreich ist vor Ausbruch der Corona-Pandemie erstmals zum attraktivsten Investitionsstandort in Europa aufgestiegen. Die Zahl der Projekte nahm 2019 um 17 Prozent auf 1197 zu, hiess es in einer am Donnerstag vorgelegten Studie der Wirtschaftsberatung EY.

Trotz der Brexit-Verunsicherung belegte Grossbritannien mit einem Plus von fünf Prozent auf 1109 Investitionen den zweiten Platz - noch vor Deutschland. Hier stagnierte die Zahl der ausländischen Direktinvestitionen mit 971 in etwa auf dem Niveau von 2018.

In diesem Jahr dürften die Investitionen wegen der Virus-Folgen deutlich zurückgehen. "Die Corona-Krise führt weltweit aufseiten der Unternehmen zu massiven Sparmassnahmen. Investitionen werden auf ein Minimum reduziert", sagte Hubert Barth, Vorsitzender der Geschäftsführung von EY Deutschland.

"Jetzt geht es bei vielen Unternehmen in erster Linie darum, Liquidität im Unternehmen zu halten, zumal unklar ist, wie stark und nachhaltig der Konjunktureinbruch ausfällt und wie sich Absatzmärkte mittelfristig entwickeln werden."

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Velofahrer stirbt bei Kollision mit einem Bus in Torny-le-Grand FR

Mer, 27/05/2020 - 23:59
Velofahrer stirbt bei Kollision mit einem Bus in Torny-le-Grand FRBeim Zusammenstoss eines Velofahrers mit einem Bus starb am Mittwochnachmittag der Radfahrer. (Symbolbild)Velofahrer stirbt bei Kollision mit einem Bus in Torny-le-Grand FR Schweiz | Vermischtes Liechtensteiner Volksblatt [email protected]Wed, 27 May 2020 23:59:00Wed, 27 May 2020 23:59:00

FREIBURG - Ein 76-jähriger Velofahrer ist am Mittwochnachmittag nach einem Zusammenstoss mit einem Bus im freiburgischen Torny-le-Grand gestorben. Das teilte die Kantonspolizei Freiburg am späten Mittwochabend in einem Communiqué mit.

Die Polizei rückte kurz nach 16.30 Uhr wegen eines schweren Verkehrsunfalls zwischen einem Velofahrer und einem Bus aus. Der Notarzt und der Ambulanzdienst versuchten vergeblich, den aus der Region stammenden Velofahrer zu reanimieren.

Der Mann starb jedoch noch am Unfallort. Die ersten Untersuchungen ergaben, dass der Bus zwischen Torny-le-Grand und Middes unterwegs war. Nachdem der Busfahrer den Velofahrer vor sich bemerkte, hupte er, bevor er den Velofahrer überholte.

Das überraschte offenbar den Velofahrer, der leicht nach links auswich. In der Folge kam es zum Zusammenstoss. Die Strasse musste für rund dreieinhalb Stunden für den Verkehr gesperrt werden. Der Bus wurde von der Firma abgeholt. Das Velo beschlagnahmte die Polizei.

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USA beenden Ausnahmegenehmigung für Atomanlagen im Iran

Mer, 27/05/2020 - 23:39
USA beenden Ausnahmegenehmigung für Atomanlagen im IranDie US-Regierung hat ein Ende der Ausnahmegenehmigungen für iranische Atomanlagen angekündigt. Im Bild der Reaktor von Arak. (Archivbild)USA beenden Ausnahmegenehmigung für Atomanlagen im Iran IN | Politik Liechtensteiner Volksblatt [email protected]Wed, 27 May 2020 23:39:00Wed, 27 May 2020 23:39:00

WASHINGTON - Die US-Regierung hat ein Ende der Ausnahmegenehmigungen für iranische Atomanlagen angekündigt. Betroffen seien der Reaktor Arak und der Forschungsreaktor in Teheran, teilte US-Aussenminister Mike Pompeo am Mittwoch mit.

Die Genehmigungen liefen nach einer letzten 60-tägigen Abwicklungsphase aus. Für die Atomanlage Buschehr werde die Ausnahmegenehmigung um 90 Tage verlängert, um die Sicherheit des Betriebs zu gewährleisten. Pompeo warnte, auch diese Genehmigung könne jederzeit geändert werden.

Die Ausnahmegenehmigungen ermöglichen es Russland und europäischen Staaten bislang trotz der US-Sanktionen gegen den Iran, bei bestimmten Projekten an iranischen Atomanlagen mit dem Iran zusammenzuarbeiten. Ziel ist es, den zivilen Charakter der Aktivitäten dort sicherzustellen.

Pompeo kündigte ausserdem US-Sanktionen gegen zwei führende Mitarbeiter des iranischen Atomprogramms an. Der Minister teilte mit, eine Regierung wie die in Teheran, die damit drohe, Israel von der Landkarte zu tilgen, dürfe niemals eine Atomwaffe besitzen. Mitte Dezember war bereits die US-Ausnahmegenehmigung für die Atomanlage Fordo ausgelaufen.

Die USA waren 2018 einseitig aus dem Wiener Atomabkommen von 2015 ausgestiegen und hatten den Iran mit Sanktionen belegt. Nach einem Jahr gab auch der Iran schrittweise immer mehr Regeln der Vereinbarung auf. In dem Abkommen mit den fünf UN-Vetomächten und Deutschland hatte sich der Iran verpflichtet, sein Nuklearprogramm so zu gestalten, dass das Land keine Atombomben bauen kann. Die USA wollen die Führung in Teheran mit einer Politik des "maximalen Drucks" zwingen, das Atomabkommen neu zu verhandeln und härteren Auflagen zuzustimmen.

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Schlechtes Wetter: Start von "Crew Dragon" zur ISS verschoben

Mer, 27/05/2020 - 22:41
Schlechtes Wetter: Start von "Crew Dragon" zur ISS verschobenStart wegen schlechten Wetters abgesagt: Die "Falcon 9"-Rakete mit der "Crew Dragon"-Raumkapsel am Mittwoch in Cape Canaveral.Schlechtes Wetter: Start von "Crew Dragon" zur ISS verschoben IN | Vermischtes Liechtensteiner Volksblatt [email protected]Wed, 27 May 2020 22:41:00Wed, 27 May 2020 22:41:00

CAPE CANAVERAL - Wegen schlechter Wetterbedingungen ist der bemannte Raumflugtest zweier US-Astronauten zur Internationalen Raumstation ISS verschoben worden. Rund eine Viertelstunde vor dem geplanten Start wurde der Test am Mittwoch vorerst abgesagt.

Dies teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit. Über dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida waren dunkle Wolken zu sehen und es regnete. Der Wettervorhersage zufolge hatte die Chance auf einen Start zuvor bei 60 Prozent gelegen, wie die Nasa mitgeteilt hatte. Ein nächster Startversuch könnte am Samstag stattfinden.

Die US-Raumfahrer Robert Behnken und Douglas Hurley sollen mit einer "Falcon 9"-Rakete in einer "Crew Dragon"-Raumkapsel zur Internationalen Raumstation starten - rund neun Jahre nachdem zuletzt Astronauten von den USA aus zu der Raumstation gestartet waren. Durchgeführt wird der Flug im Auftrag der Nasa vom Unternehmen SpaceX des Unternehmers Elon Musk. Weltweit wurde der Start mit Spannung erwartet.

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Hertha punktet auch in Leipzig - Zuber trifft für Hoffenheim

Mer, 27/05/2020 - 22:37
Hertha punktet auch in Leipzig - Zuber trifft für HoffenheimRatlose Knappen: Schalkes Sinkflug setzt sich in Düsseldorf fortHertha punktet auch in Leipzig - Zuber trifft für Hoffenheim IN | Sport Liechtensteiner Volksblatt [email protected]Wed, 27 May 2020 22:37:00Wed, 27 May 2020 22:37:00

FUSSBALL - RB Leipzig kann von Dortmunds Niederlage im Spitzenspiel gegen Bayern München nur ansatzweise profitieren. Die Leipziger spielen zuhause gegen Hertha Berlin 2:2 und verbleiben an dritter Stelle.

Krzysztof Piatek sicherte den seit dem Neustart erstarkten Berlinern in der 82. Minute mit einem verwandelten Foulpenalty den Auswärtspunkt. Dem Penalty ging ein Foul von Ademola Lookman am früheren Sittener und Leipziger Matheus Cunha voran.

Der Auswärtspunkt beim Herbstmeister war nicht unverdient. Die unter dem neuen Trainer Bruno Labbadia mit zwei Siegen und einem Torverhältnis von 7:0 stark aus der Corona-Pause zurückgekehrten Gäste präsentierten sich auch in Leipzig gefestigt, zudem spielten sie ab der 63. Minute und einer Gelb-Roten Karte gegen Marcel Halstenberg in Überzahl. Mit einer Slapstick-Einlage beförderte Herthas Goalie Rune Jarstein seine Mannschaft allerdings vorübergehend in Rücklage. Jarstein hatte beim Gegentreffer zum 1:2 einen Weitschuss von Patrick Schick eigentlich schon entschärft. Der Ball flutschte ihm allerdings aus den Händen ins Tor.

Vor der Pause waren beide Teams mit je einem Eckball erfolgreich. In der 9. Minute legte Marko Grujic per Direktabnahme für Hertha vor, wobei eine Abseitsstellung von Dodi Lukebakio als passiv taxiert wurde, eine Viertelstunde später glich Lukas Klostermann mittels Kopfball aus. Leipzig bleibt damit zwei Punkte hinter Dortmund, der Rückstand auf Leader Bayern beträgt sechs Runden vor Schluss neun Zähler, die Reserve auf die Verfolger Mönchengladbach und Bayer Leverkusen deren zwei.

Im Kampf um die Torjägerkrone konnte Timo Werner seinen Rückstand auf Robert Lewandowski nach seiner Triplette gegen Mainz am letzten Wochenende nicht weiter verkürzen. Werner steht weiter bei 24 Treffern, Lewandowski bei 27.

Zuber mit erstem Saisontreffer

Zu den Gewinnern des Tages gehörte Hoffenheim, das Köln dank einer Doublette des Österreichers Christoph Baumgartner und dem ersten Saisontreffer von Steven Zuber 3:1 schlug. Der Schweizer Internationale, der von August bis Januar mit einer Fussverletzung fehlte, verwertete in der 48. Minute eine Ablage Baumgartners mit einem Flachschuss ins entfernte Eck zum 3:0.

Schalkes Talfahrt setzte sich derweil fort. Die vorzüglich in die Saison gestartete Mannschaft von Trainer David Wagner unterlag in Düsseldorf beim Tabellen-16. 1:2 und ist seit zehn Spielen ohne Sieg. Weston McKennie brachte die Gäste zu Beginn der zweiten Halbzeit noch in Führung, später gerieten sie innert fünf Minuten ins Hintertreffen.

Die Partie zwischen den Abstiegskandidaten Union Berlin und Mainz ging 1:1 aus. Urs Fischers Union hielt sich mehr als eine Halbzeit lang in Unterzahl schadlos und hatte in der Schlussphase zwei Chancen zum Sieg.

Kurztelegramme und Rangliste:

Leipzig - Hertha Berlin 2:2 (1:1). - Tore: 9. Grujic 0:1. 24. Klostermann 1:1. 68. Schick 2:1. 82. Piatek (Foulpenalty) 2:2. - Bemerkungen: Leipzig ohne Mvogo (Ersatz). 63. Gelb-Rote Karte gegen Halstenberg (Leipzig/Foul).

Augsburg - Paderborn 0:0. - Bemerkungen: Augsburg mit Vargas und Lichtsteiner (ab 82.).

Union Berlin - Mainz 1:1 (1:1). - Tore: 13. Baku 0:1. 33. Ingvartsen 1:1. - Bemerkungen: Mainz ohne Fernandes (Ersatz). 32. Gelb-Rote Karte gegen Andrich (Union).

Düsseldorf - Schalke 2:1 (0:0). - Tore: 53. McKennie 0:1. 63. Hennings 1:1. 68. Karaman 2:1.

Hoffenheim - Köln 3:1 (1:0). - Tore: 11. Baumgartner 1:0. 46. Baumgartner 2:0. 48. Zuber 3:0. 60. Kainz 3:1. - Bemerkungen: Hoffenheim mit Zuber. 26. Rote Karte gegen Bornauw (Köln). 50. Gelb-Rote Karte gegen Hübner (Hoffenheim). 77. Baumann (Hoffenheim) hält Handspenalty von Uth.

Rangliste: 1. Bayern München 28/64 (81:28). 2. Borussia Dortmund 28/57 (74:34). 3. RB Leipzig 28/55 (70:29). 4. Borussia Mönchengladbach 28/53 (53:34). 5. Bayer Leverkusen 28/53 (53:36). 6. Wolfsburg 28/42 (40:34). 7. Hoffenheim 28/39 (39:48). 8. SC Freiburg 28/38 (38:40). 9. Schalke 04 28/37 (34:45). 10. Hertha Berlin 28/35 (41:50). 11. 1. FC Köln 28/34 (44:52). 12. Augsburg 28/31 (40:54). 13. Union Berlin 28/31 (33:48). 14. Eintracht Frankfurt 27/29 (44:52). 15. Mainz 05 28/28 (37:61). 16. Fortuna Düsseldorf 28/27 (31:53). 17. Werder Bremen 27/22 (29:59). 18. Paderborn 28/19 (31:55).

Steven Zuber feiert seinen ersten Saisontreffer mit Hoffenheims Matchwinner Christoph BaumgartnerLeipzigs Dani Olmo (links) im Duell mit dem Herthaner Maximilian Mittelstädt© Liechtensteiner Volksblatt
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FIA beschliesst neue Budget-Obergrenze

Mer, 27/05/2020 - 21:42
FIA beschliesst neue Budget-ObergrenzeBudget-Obergrenze gesenkt: Die Teams in der Formel 1 dürfen künftig nicht mehr so viel Geld ausgebenFIA beschliesst neue Budget-Obergrenze IN | Sport Liechtensteiner Volksblatt [email protected]Wed, 27 May 2020 21:42:00Wed, 27 May 2020 21:42:00

AUTOMOBIL - Die Formel 1 bekommt ihre verschärfte Budget-Obergrenze. Der Internationale Automobil-Verband FIA segnet im Kampf gegen eine Kostenexplosion das Limit ab kommendem Jahr ab.

Für 2021 liegt die Grenze pro Rennstall bei 145 Millionen Dollar (140 Millionen Franken) basierend auf 21 Grands Prix. 2022 sinkt das Limit auf 140 Millionen Dollar (136 Millionen Franken). Für die Jahre 2023 bis 2025 dürfen die Teams jeweils 135 Millionen Dollar (131 Millionen Franken) ausgeben. Nicht eingerechnet werden unter anderem die Fahrerlöhne.

Die ursprünglich für 2021 beschlossenen 175 Millionen Dollar pro Team und Jahr waren längst überholt, der Sparzwang aufgrund der Corona-Krise hat zu einem radikaleren Umdenken in der Formel 1 geführt. Vor allem Ferrari hatte sich aber zuletzt noch vehement gegen eine weitere Senkung der Budget-Obergrenze ausgesprochen.

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Umstrittene Gesetze lösen neue Proteste in Hongkong aus

Mer, 27/05/2020 - 20:41
Umstrittene Gesetze lösen neue Proteste in Hongkong ausDie Bereitschaftspolizei hält im Hongkonger Central District Wache, um die dort versammelten Demonstranten fernzuhalten. Die Hongkonger Polizei ist vor dem Parlamentskomplex in Bereitschaft, wo heute in einer Parlamentssitzung über ein umstrittenes Gesetz gegen den Missbrauch der chinesischen Nationalhymne debattiert wird. Foto: Kin Cheung/AP/dpaUmstrittene Gesetze lösen neue Proteste in Hongkong aus IN | Politik Liechtensteiner Volksblatt [email protected]Wed, 27 May 2020 20:41:00Wed, 27 May 2020 20:41:00

HONGKONG - Ärger über zwei geplante und hoch umstrittene Gesetze haben in Hongkong neue Proteste ausgelöst. Mit einem Grossaufgebot sicherte die Polizei am Mittwoch Strassen rund um den Hongkonger Legislativrat ab.

Dort war die zweite Lesung für ein Gesetz angesetzt, das den Missbrauch der chinesischen Nationalhymne unter Strafe stellen soll. Mindestens 17 Demonstranten, von denen einige auch Brandsätze bei sich getragen haben sollen, wurden festgenommen, wie die Polizei mitteilte. An mehreren Orten in der Stadt kam es zu Demonstrationen mit Hunderten Teilnehmern. Die Sicherheitskräfte feuerten mit Pfeffermunition, um Demonstranten zu vertreiben.

Nach monatelanger Pause wegen des Coronavirus wurden die Demokratie-Proteste in Hongkong in der vergangenen Woche erstmals wieder im grösseren Umfang entfacht. Auslöser waren Pekings Pläne für ein Sicherheitsgesetz, das sich gegen subversive und separatistische Aktivitäten in Hongkong richtet.

US-Präsident Donald Trump sah am Dienstag die Zukunft des Finanzstandorts durch Chinas Pläne gefährdet. Die Sprecherin des Weissen Hauses, Kayleigh McEnany, sagte im Weissen Haus, der Präsident sei "verärgert" über Chinas Vorgehen. Es sei schwierig zu erkennen, wie Hongkong ein Finanzzentrum bleiben könne, wenn China die umstrittenen Pläne vorantreibe.

Trump wurde später von Journalisten nach etwaigen Massnahmen gegen China gefragt. "Wir machen derzeit etwas, ich denke, das werden Sie sehr interessant finden", sagte er. Er wolle darüber noch nicht sprechen, werde sich aber vor dem Ende der Woche dazu äussern.

Mit Blick auf das geplante Sicherheitsgesetz appellierte die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung an China, die Rechte und Freiheiten der Menschen in der Sonderverwaltungszone zu bewahren. "Der Respekt vor demokratischen Debatten und die Beachtung der Rechte und Freiheiten in Hongkong ist durch das Vorgehen Pekings gefährdet", erklärte Bärbel Kofler in Berlin. Der hohe Grad an Autonomie sei Grundlage für gesellschaftliche Stabilität und wirtschaftlichen Wohlstand in Hongkong.

Das überraschende Vorhaben der kommunistischen Führung hat die Atmosphäre neu angeheizt. Der seit Freitag tagende Volkskongress soll zum Abschluss seiner Plenarsitzung am Donnerstag einen Beschluss verabschieden, der dem Ständigen Ausschuss des Parlaments einen Auftrag zum Erlass eines Gesetzes zum Schutz der nationalen Sicherheit gibt, das Hongkongs Grundgesetz angehängt werden soll.

Bei dem Gesetz, das am Mittwoch vom Hongkonger Parlament in der zweiten besprochen werden sollte, geht es dagegen darum, einen Missbrauch der chinesischen Nationalhymne unter Strafe zu stellen. Der Gesetzentwurf, der bereits im vergangenen Jahr vorgelegt wurde, sieht vor, dass Beleidigungen oder der Einsatz der Hymne "Marsch der Freiwilligen" für kommerzielle Zwecke künftig mit bis zu drei Jahren Haft und einer Geldstrafe von 50 000 Hongkong-Dollar (etwa 5600 Euro) geahndet werden können.

Seit der Rückgabe an China 1997 wird Hongkong als eigenes Territorium nach dem Grundsatz "ein Land, zwei Systeme" autonom regiert. Seit vergangenem Sommer erlebt die Metropole schon Woche für Woche Demonstrationen, die sich gegen die eigene Regierung, als brutal empfundene Einsätze der Polizei und den langen Arm Pekings richten. Erst die Pandemie hatte die Proteste zum Stillstand gebracht.

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